Zum Ende der sächsischen Wildwasserzeit, im Frühjahr 2003 suchen wir wie bereits die gesamte Wildwassersaison nach etwas Wasser in unseren heimatlichen Bächen. Bobritzsch, Flöha etc. mussten ausfallen, so dass wir bis dahin nur auf Striegis und Wesenitz unsere Fahrkünste unter Beweis stellen konnten. Das letzte bisschen Wasser sichtete Wolfgang auf der Freiberger Mulde.

Los ging es dann in Hilbersdorf. Vorbei an Wohnbaracken o. ä. Bauwerken kamen wir bei schönem Wetter am ersten Wehr an. Dort balancierten wir auf der Begrenzungsmauer der Fischtreppe unsere Boote hinab. Das war eine recht klitschige Angelegenheit. Unten angekommen stellten wir fest, dass nur unsere Leichtgewichte einen Wasserfilm zwischen Boot und Kies hatten. Deswegen mussten die ein wenig Kräftigeren treideln bzw. im Wasser laufen. Aber bald war dies für alle auf den nächsten 500 m die effektivste Fortbewegungsart.

Nach ausgiebiger Mittagspause und einem Schluck Mut aus der Flasche wagten sich einige von uns mutig ein klasse Wehr hinunter und in ein tolle Walze hinein. Der Mut wurde von einem kräftigen Schwapp Wasser über den Kopf belohnt. Glücklicherweise tauchten alle, genauso wie unsere Test- und Vorfahrer Katja und Wolfgang, aus den Fluten auf.

Danach erlebten wir ein außergewöhnliches Bild: Wollten wir Manfred sehen, mussten wir uns umdrehen. Manfred als Schlusslicht - eine neue Tugend von ihm? Nein, denn tapfer kämpfte er sich bis zum Schluss mit seiner Schulterverletzung.

Der Schluss war dann eher als erwartet, weil wir wegen erneut fehlendem Wasser zu unseren Autos gewandert sind. Zu guter letzt gab es dann noch ein Missverständnis zwischen den Autofahrern, so dass Steffen und Ulrike über eine Stunde ohne Essen und ohne Zündschlüssel auf der Landstraße in Hilbersdorf ausharren mussten.


Heidi Barthel

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